Die Steiermark ist ein Bundesland im Südosten Österreichs mit rund 1,2 Millionen Einwohnernund. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 16 392 km² und liegt weitgehend in den Ostalpen; die Hauptstadt ist Graz. Das Bundesland gliedert sich in Ober-, Mittel- und Südsteiermark; die Untersteiermark gehört heute zu Slowenien. In der Obersteiermark liegt in den Nördlichen Kalkalpen die höchste Erhebung, der Dachstein (2 995 m über dem Meeresspiegel). Südlich des Ennstales liegen die Niederen Tauern und die Eisenerzer Alpen, südlich der oberen Mur die Gurktaler Alpen, südlich der Mur-Mürz-Furche das Steirische Randgebirge. Die Mittelsteiermark besteht aus dessen Abdachung, dem Grazer Bergland, sowie dem nach Osten anschließenden Joglland. Der Südosten des Landes wird von neogenen Ablagerungen eingenommen (Oststeirisches Hügelland, Grazer Becken und der östliche Teil des Weststeirischen Hügellandes). Klimatisch liegt die Steiermark im Übergangsbereich von Gebirgsklima zur pannonischen Variante des kontinentalen Klimas. Hauptfluss ist die Mur, wichtiger Wirtschafts- und Siedlungsraum die Mur-Mürz-Furche.
Wirtschaft:
Im Alpenvorland herrscht Landwirtschaft vor, Anbau von Getreide, Gemüse, Futterpflanzen; Wein- und Obstbau besonders im milden Südosten; größere Bedeutung hat die Viehzucht. Wichtigste Wirtschaftszweige sind Bergbau und Industrie: Bei Eisenerz werden Eisenerze gewonnen; Hütten- und Eisenindustrie im Mur-, Mürz- und Ennstal; ferner Abbau von Magnesit (Breitenau, Kraubath, Trieben), Braunkohle (im Murtal, bei Köflach und Voitsberg), Grafit, Talk, Gips und Salz. Auf dem Holzreichtum fußt eine bedeutende Papier- und Holzindustrie, weiterhin Maschinenbau, Elektro- und Nahrungsmittelindustrie; Fremdenverkehr.
Verfassung:
Nach dem Landesverfassungsgesetz von 1960 (mehrfach revidiert) übt der Landtag (56 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt) die Gesetzgebung aus; er wählt die Landesregierung (9 Mitglieder), an deren Spitze der Landeshauptmann steht.
Geschichte:
Etwa 45 n. Chr. römische Provinz Noricum. Ab 500 Einwanderung von Baiern, um 590 der Slowenen, die im 7./8. Jahrhundert das Herzogtum Karantanien (Kärnten, Obersteiermark und Teile der Untersteiermark) errichteten; 772 bayrisch; von Karl dem Großen 788 dem Fränkischen Reich angeschlossen. Nach 976 zum Teil beim Herzogtum Kärnten; 1180 Schaffung des Herzogtums Steiermark (Ober- und Mittelsteiermark, Traungau); 1282 an die Habsburger. 1867-1918 Kronland der österreichisch-ungarischen Monarchie. 1919/20 kam der slowenische Teil an Jugoslawien, das deutsche Siedlungsgebiet wurde Bundesland der Republik Österreich. Ab 1945 stellte die ÖVP den Landeshauptmann, u. a. Josef Krainer senior (1948-71), Josef Krainer junior (1980-96); 1996 wurde Waltraud Klasnic (* 1950) als erste Frau in Österreich in dieses Amt gewählt. Nachdem die SPÖ bei den Landtagswahlen 2005 stärkste Partei geworden war, stellte sie mit Franz Voves (* 1953) den Landeshauptmann.